Das Eisenbahnunglück von Saitz im Jahre 1927

 

 

Es gab Ereignisse in Südmähren welche den Bewohnern lange in Erinnerung blieben da es tragische Unglücke waren und eine Vielzahl von Toten zu beklagen waren. So auch das Eisenbahnunglück vom 10. September 1927 in Saitz.

 

Saitz liegt östlich von Muschau in Südmähren an der Nordbahn Wien-Prag und hier geschah an einem sonnigen, schönen Tag das tragische Unglück.

 

Auf der Bahnstation Saitz stand ein Güterzug , der die Durchfahrt eines D - Zuges abwartete, um danach seine Fahrt nach Brünn fortzusetzen. Die technische verbindung vom Bahnhof zum Stellwerk war wegen eines Umbaues außer Betrieb gesetzt. Die Weichen mussten an Ort und Stelle von einem Bahnangestellten umgelegt und dann mit einem Handschlüssel verschlossen werden. Auftragsgemäß musste dann der Schlüssel im Stellwerk auf das Schlüsselbrett gehängt werden. Auftragsgemäß musste dann der Schlüssel im Stellwerk auf das Schlüsselbrett gehängt werden. Ein Aufsichtsbeamter hatte vor dem Einlaufen eines jeden Zuges prüfen müssen, ob die Weichen richtig gestellt waren. An dem Tage hatte der dienst habende Weichenwärter wahrscheinlich aus menschlichen Versagen die Weichen falsch gestellt und der Aufsichtsbeamte die Weichenstellung entweder gar nicht oder nur oberflächlich geprüft.

 

Zwischen 14 und 15 Uhr brauste der D - Zug Prag - Wien in die Station und fuhr dabei mit voller Wucht auf den wartenden Güterzug auf. Bei dem Zusammenprall, der viele Kilometer weit zu hören war, brach die Lokomotive durch die Brücke eines Wasserdurchlasses. Dadurch schoben sich die ersten Wagen zusammen und zersplitterten teilweise, während sich die rückwärtigen Waggons quer über die anderen Geleise stellten und dadurch die gesamten Durchfahrten blockierten. Schreien und Jammern erfüllte die Bahnstation. Eisenbahner und Leute von den umliegenden Feldern kamen nach dem ersten Schreck gelaufen, um zu helfen. Bald darauf lief der Hilfszug von Lundenburg mit Sanitätspersonal ein. Der alte Dorfpfarrer Jancik erteilten den Sterbenden die letzte Ölung und spendete den Verletzten Trost. Einzelne Personen waren in dem Trümmerwerk so verklemmt, daß sie ausgeschweißt werden mußten. Das Unglück erforderte 22 Tote und über 50 Schwer- und Leichtverletzte und gehört zu den schwersten Unglücksfällen  der ehemaligen Nordbahn. Die schuldigen Bahnbediensteten wurden sofort in Haft genommen, fristlos entlassen und einige Monate später zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

(Der Bericht stammt vom ehemaligen Ortsbetreuer von Saitz, A. Koch)