Ereignisse welche die Leipertitzer bewegten !

 

Der Alltag in einem beschaulichen Bauerndorf wie Leipertitz lief in der Regel in seinem gewohnten Gang ab. Die Feldarbeit in der Folge der Jahreszeiten, Feiern der örtlichen Vereine, der Kirtag, Hochzeiten, Geburten und Trauer, kirchliche Feste.

 Überregionale Ereignisse, oft Schreckensmeldungen, verbreiteten sich schnell, nicht nur durch die Zeitung, auch über die Händler und Fuhrleute oder die Handwerker, welche in den Nachbargemeinden arbeiteten.

 Mit den Artikeln, die wir unter dieser Rubrik niederschreiben werden, erhellen wir auch ein wenig  Geschehnisse im südmährischen Raum, die lange Tagessgespräch waren.

 

Das Fährunglück von Neumühl an der Thaya

 

Rakwitz ist das erste tschechische Dorf hinter der deutschen Sprachgrenze Südmährens. Die Nachbardörfer sind Saitz, Prittlach und Eisgrub, nordwestlich von Lundenburg. Es war ein großes Dorf mit über 2400 Einwohnern. Bekannt war das Dorf im Bezirk Auspitz über den sensationellen 3000 Stücke umfassender Münzfund der sogenannte Rakwitzer Schatz  in der k.u.k. Zeit im Jahre 1886.

Am 26. Mai 1936 endete ein Schulausflug in die Pollauer Berge tragisch. 106 Rakwitzer Schüler waren früh um halb sieben mit acht Pferdefuhrwerken abgefahren und kamen kurz vor acht Uhr an der Seilfähre über die Thaya bei Neumühl an. Bei der dritten Überfahrt war die Fähre durch drängende Kinder der nachfolgenden Fuhrwerke mit 52 Kindern, 6 Erwachsenen und einem Fuhrwerk so überladen, dass sie in der Mitte der hochwasserführenden Thaya sank.  Dabei ertranken 31 Kinder und ein Fuhrknecht mit seinem Gespann.

In ganz Südmähren herrschte große Trauer und eine Welle des Mitgefühls erreichte die trauernden Familien in Rakwitz.